

Railroad Tycoon
Etagenübergreifendes Interiorkonzept
Für den Standort Karlsruhe der DB Netz (heute DB InfraGO) entstand ein Gestaltungskonzept für das gesamte Bürogebäude. Auf sieben Stockwerken wurden insgesamt 17 Wände gestaltet, jedes Stockwerk erhielt dabei eine eigene Farbwelt und eine grafisch integrierte Zahl als Etagenkennung.
Schaltpläne als Bildsprache
Die grafische Gestaltung orientierte sich an Schaltplänen und Kartografien von Schienennetzen. Große, farbige Flächen brachten Ruhe in die Komposition. Durch ihre Verteilung über die Wand entstand dennoch eine Interaktion untereinander, die den technischen Grundgedanken der Gestaltung aufgriff.
Die feinere Linienführung folgte dabei einer eigenen Logik. Gestrichelte Liniensegmente standen für Regionalschienen, während parallel verlaufende, durchgezogene Linien Schnelltrassen darstellten. Zahlendarstellungen, mit Hilfe von geometrische Flächen, griffen den technischen Gedanken auf und übersetzten ihn in eine moderne Interpretation des Themas Eisenbahn, ohne dabei plakativ zu werden. Das Konzept war visuell inspiriert vom Rangierbahnhof als Ort, an dem viele einzelne Elemente zu einem funktionierenden Ganzen zusammenfinden.
Wie im echten Schienennetz verschwanden auch hier manche Linien, überlappten sich oder liefen untereinander weiter, so wie Gleise durch Brücken und Tunnel geführt werden. So entstand eine moderne, urbane Bildsprache, die verschiedenste Elemente eines Schienennetzes in eine eigene, abstrahierte Formensprache übersetzte.


Kunst schafft Orientierung
Im Zentrum jeder Etagengestaltung stand eine große Zahl, die das jeweilige Stockwerk kennzeichnete. Statt einer gewöhnlichen Schrift setzte sich diese Zahl aus Kreissegmenten, Halbkreisen und geometrischen Flächen zusammen und wirkte dadurch wie die Grafik eines technischen Elements. Selbst innerhalb desselben Stockwerks war die Zahl auf jeder Wand unterschiedlich interpretiert, sodass jede Grafik zu einem eigenständigen Objekt im Artwork wurde. Diese wurden subtil integriert. Sie fungierten als klares, intuitives Leitsystem im Gebäude. Auf einen Blick war erkennbar, in welchem Stockwerk man sich befand, ohne dass es einer zusätzlichen Beschriftung bedurfte.
Dem gleichen Gedanken folgten die Farbwelten der einzelnen Etagen. Jedes der sieben Stockwerke erhielt eine eigene Farbwelt. Wer an einer roten Wand vorbeilief, wusste sofort, hier muss die Null sein. So verlieh die Farbcodierung jeder Etage eine eigene Identität und erleichterte die Orientierung im Gebäude zusätzlich.
Über alle 17 gestalteten Wände hinweg folgte die Gestaltung derselben Bildsprache aus Linien, Kreissegmenten und geometrischen Elementen. Dies verlieh dem gesamten Gebäude die notwendige Identität.
Ein System mit Wiedererkennungswert
Das Ergebnis war ein durchgängiges Gestaltungskonzept für das gesamte Bürogebäude, das Orientierung und Markenidentität miteinander verband. Aus der abstrahierten Bildsprache von Schienennetzen entstand ein visuelles System, das sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugte und dem Karlsruher Standort über alle Stockwerke hinweg einen einheitlichen, unverwechselbaren Charakter verlieh.
Projektinformationen
Kunde
DB Netz / DB InfraGo
Projekt
Railroad Tycoon
Stil
Tape Art
Format
Etagenübergreifendes Interiorkonzept Bürogebäude
Aufgabenbereiche
Konzept, Art Direction, Projektmanagement, künstlerische Umsetzung
Künstlerische Beteiligung bei der Umsetzung
Claas Selck, Enni Vuong, Denise Werner
Fotocredits
Enni Vuong








