

Rolling Religion
Mixed Media Wandgestaltung
Für die Skatehalle Berlin auf dem RAW-Gelände entstand eine mehrteilige Wandgestaltung im Mixed-Media-Stil. Die historische Industriearchitektur des Gebäudes wird darin mit der Kultur des Skate- und BMX-Sports in einer sakralen Bildsprache verbunden.
Industriearchitektur als Kathedrale
Ausgangspunkt der Gestaltung war die Architektur des RAW-Geländes selbst. Bei der ersten Begehung wirkten die großen Industriefenster der Halle fast sakral, wie die Fensterfronten einer Kirche. Diese Assoziation bildete den gestalterischen Kern des Konzepts.
Die markanten Fensteröffnungen wurden gestalterisch als moderne Kirchenfenster interpretiert, angelehnt an den Stil klassischer Bleiverglasung. Geschwungene, kurvige Formen griffen dabei die Ästhetik von Rampen und Halfpipes auf und verliehen den Kirchenfenstern eine Dynamik, die direkt von der Skate Welt inspiriert war. Intensive Farbflächen und mosaikartig aufgebaute Formen ließen die Fenster wie farbige Glasmalerei wirken, popig, leuchtend und dennoch mit der strengen, geordneten Struktur echter Kirchenfenster.

Skaten als Religion
Innerhalb dieser kirchenfensterartigen Struktur platzierten sich abstrakte Figuren von Skate- und BMX-Fahrenden, in Bewegung eingefroren. Sie ähnelten Heiligenfiguren in modernen sakralen Gebäuden. Die Skate- und BMX-Szene zelebriert ihren Sport längst wie eine eigene Kultur, die nach außen wie eine Religion wirkt. Diese Haltung wurde hier eingefangen und sichtbar gemacht.
So wurde die Subkultur des Skatens auf die Ebene religiösen Bekenntnisses gehoben, ohne dabei ironisch oder respektlos zu wirken. Vielmehr entstand eine ehrliche Hommage an die Hingabe und Identität, die viele mit diesem Sport verbinden.
Geschichte und Gegenwart im Dialog
Die Gestaltung integrierte bewusst die bestehende Backsteinarchitektur des Gebäudes in das Gesamtkonzept. Die Kombination aus historischen Fensteröffnungen, intensiven Farbflächen und mosaikartigen Figuren erzeugte einen spannenden Kontrast zwischen der industriellen Vergangenheit des Ortes und einer zeitgenössischen Urban Art Ästhetik.
So entstand ein ortsspezifisches Kunstwerk, das die Geschichte des Gebäudes respektierte, den Charakter der Skatehalle stärkte und die lebendige Kultur ihrer Community in einer ikonischen, unverwechselbaren Bildsprache sichtbar machte.
Projektinformationen
Kunde
Skatehalle Berlin
Projekt
Rolling Religion
Stil
Mixed Media (Tape Art & Graffiti)
Format
Outdoor Wandgestaltung
Aufgabenbereiche
Konzept, Art Direction, künstlerische Umsetzung
Künstlerische Beteiligung bei der Umsetzung
Claas Selck, Mareike Stragies
Fotocredits
Michael Weingart






